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Grüße
  Armenien ist ein Binnenstaat im südlichen Kaukasus (Kleinasien). Er grenzt im Norden an Georgien, im Osten an Aserbaidschan, im Süden an Iran und die aserbaidschanische Exklave von Nachitschewan und im Westen an die Türkei.

Über Armenien
Verwaltungsgliederung: 10 Provinzen und die Hauptstadt Yerevan
Hauptstadt: Yerevan
Amtssprache: Armenisch
Währung: 1 Dram (ARD) = 100 Luma (Lm)
Staatsform: Präsidialrepublik
Nationalfeiertage: 28. Mai und 21. September
Unabhängigkeit von der Sowjetunion seit dem 21.09.1991


Landschaft und Geographie

Armenien ist ein ausgeprägtes Gebirgsland - 90% der Landesfläche liegen mehr als 1.000 m über dem Meeresspiegel. Von Norden her erstrecken sich die über 3.000 m hohen Gebirgsketten des Kleinen Kaukasus. Der höchste Berg ist der erloschene Vulkan Aragats (4.090 m). Der größte See Armeniens ist der östlich von Yerevan ca. 1.900 m hoch gelegene Sevan See mit einer Fläche von 1.417 km². Der längste Fluss Armeniens ist der Arax. In der subtropischen Zone gelegen, ist das Klima der Täler und Vorgebirge durch trockene, heiße Sommer und kalte Winter gekennzeichnet.

Fläche: 29.800 km²
Einwohner 3.326.500 (Stand Januar 2005)
Bevölkerungsdichte: 100 Einwohner pro km²
Zeitzone: MEZ + 3 Stunden
Klima: Ø Januar -5°C, im Juli 25°C


Bevölkerung und Sprache

Von den Einwohnern des Landes sind 95% Armenier. Die restlichen 5% machen zu einem Großteil Russen und Jesiden aus, weiterhin Griechen, Assyrer und Azeris . Die armenische Sprache ist ein Teil der indogermanischen (indoeuropäischen) Familie, das armenische Alphabet wurde am Anfang des 5. Jahrhunderts durch Mesrop Maschtoz erstellt. Seit damals ist das Alphabet die feste Grundlage der nationalen Sprache und der Kultur geworden. Die dominierende Religion im Land ist die Armenisch Apostolische Kirche, ihr gehören etwa 94% der Bevölkerung an. Es gibt eine katholische Minderheit des armenisch-katholischen Ritus, auch Armenisch-Katholische Kirche genannt.


Geschichte

Die Geschichte der Armenier geht zurück bis ins Jahr 2500 v. Chr. An der Volkswerdung nahmen verschiedene Stämme und Stammesverbände teil, die sich allmählich zu einem Volk zusammenschlossen. Die drei wichtigsten Stämme waren Urartu, Nairi und Haias. Forscher heben den Stammesverband Haias besonders hervor, auf den sie die Selbstbezeichnung der Armenier "HAY" und dem Landesnamen "HAYASTAN" zurückführen.
860 v. Chr. entsteht das Urartu-Großreich mit der Hauptstadt Tuschpa (heute Van). Ab 700 v. Chr. wandert eine indogermanische Volksgruppe, von persischen und griechischen Schriftgelehrten später als "Armeniya" bezeichnet, in die Hochtäler zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer ein und vermischt sich mit den bereits ansässigen Stämmen des Urartu-Reiches zum armenischen Volk.

200 v. Chr. entwickeln sich zwei voneinander unabhängige, von armenischen Herrschern regierte Fürstentümer: Groß-Armenien unter Artaxias I. und das westlich des Euphrat gelegene Klein-Armenien unter Zariadris welche im ersten Jahrhundert v. Chr. von dem Artaxiden Tigranes II (95-55 v. Chr.) zu einem Großreich, das sich für kurze Zeit vom Mittelmeer im Südwesten bis zum Kaspischen Meer im Osten erstreckt, vereint werden. Dies ist auch die größte Ausdehnung des armenischen Reiches. 69 v. Chr. gerät Armenien unter römische Oberhoheit. Nach jahrhundertelangen Kämpfen zwischen Römern und Persern um die Vorherrschaft in Vorderasien gerät der größte Teil Armeniens 238 n. Chr. wieder unter die Herrschaft der Perser (Sassaniden). Mit Hilfe der Römer gelingt es dem Armenier Tirdates III. im dritten Jahrhundert unserer Zeit, die Sassaniden aus Armenien zu vertreiben. Nachdem der von König Tirdates III. in Chorwirab ("Tiefe Grube"wink gefangen gehaltene, christlich erzogene Gregor den König von seiner schweren Krankheit heilt, kann er ihn vom christlichen Glauben überzeugen und Tirdates III. erklärt das Christentum 301 n. Chr. zur Staatsreligion. Gregor wird daher auch "Gregor der Erleuchter" genannt. Das Königreich Armenien ist somit das erste Land der Welt, in dem der christliche Glaube zur Staatsreligion erhoben wurde. Die armenisch-apostolische Kirche ist eine der altorientalischen Kirchen - neben den ägyptischen Kopten, den Syrisch-Orthodoxen sowie den indischen Thomas-Christen. Sie überlebte trotz wiederholten Versuchen der islamischen Nachbarländer, Armenien zum Islam zu zwingen.

Der christliche Mönch Mesrop Maschtots entwickelt 406 n. Chr. das damals aus 36 Zeichen bestehende armenische Alphabet (später wurden noch drei weitere Zeichen hinzugefügt) und übersetzte die Bibel ins Armenische. Noch heute feiern die Armenier den Tarkmantschatz Ton (Tag zur Feier der Übersetzung der Bibel ins Armenische).

Mit Billigung der Araber und der Byzantiner begründet der Armenier Aschot I. 885 die Bagratiden-Dynastie, und das selbständige Königreich Armenien - es ist etwa zehnmal so groß wie das heutige Armenien und umfasst auch den Osten der heutigen Türkei - erlebt eine erneute wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit.

In der Folgezeit zerfällt das Großreich durch die Abwechselnde Besetzung durch die Osmanen oder Perser. Nur durch ihren starken Glauben und ihre eigene Sprache bewahren sich die Armenier auch in der Besetzung einen Teil ihrer Unabhängigkeit, dies führt dazu, dass sie 1071 im Südwesten an der Küste des Mittelmeers ein unabhängiges Königreich Kilikien gründen. Dieses ständige Hin und Her zwischen Persern und Osmanen endet erst als 1828 der russische Zar Nikolaus I. den bis dahin von Persien besetzten Teil des historischen Armeniens erobert. In Folge dessen bessert sich die Situation der Bevölkerung aber nicht: Armenische Kirchen und Schulen werden geschlossen und die armenische Sprache wird verboten. Zum Ende des Krieges zwischen Russland und der Türkei fällt auch der Nordwesten von Armenien (bis dahin türkisch besetzt) an Russland. Im Jahre 1894 beginnen aufgrund der Unabhängigkeitsbestrebungen der christlichen Armenier in den noch türkisch besetzten Gebieten die ersten Massaker durch osmanische Truppen an der armenischstämmigen Bevölkerung, bei denen 300.000 Menschen das Leben verloren. Dies hatte seinen Höhepunkt 1915, als die Jungtürken den Völkermord an den Armeniern organisierten, bei dem 1,6 Millionen umgebracht wurden. Die türkische Regierung leugnet diesen geschichtlichen Vorgang noch heute. Während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) bringen die russischen Truppen nahezu den gesamten Transkaukasus und weite Teile des türkischen Ostanatoliens unter ihre Kontrolle, damit wurden weitere Übergriffe der Türken auf die Armenier verhindert. In Anlehnung an die nach der russischen "Oktoberrevolution" verfassten "Deklaration über die Rechte der Völker Russlands" (beinhaltet die Selbstbestimmung und das Recht auf selbständige Staatenbildung) erklärt sich Armenien am 28.Mai 1918 zur unabhängigen 1. Republik Armenien. Zum Staatsgebiet gehören das heutige Armenien sowie weite Teile Ostanatoliens. Trotz der Unterzeichnung eines Friedensvertrages von Sultan Mehmed VI, welcher Zugeständnissen an die Armenier beinhaltete, beginnt der türkische General Mustafa Kemal Atatürk mit einer rücksichtslosen Vertreibung der Armenier aus Ostanatolien, dabei kommen erneut hunderttausende Armenier ums Leben. Atatürk rückt mit seinen Truppen bis kurz vor die Hauptstadt Yerevan vor. Gleichzeitig marschieren sowjetische Truppen der "Roten Armee" auf Befehl von Josef Stalin wieder von Norden her ein. Im März 1921 unterzeichnen die Türken und die Sowjetunion einen Friedensvertrag durch den Armenien wiederum zwischen den beiden Mächten aufgeteilt wird. 1922 werden Armenien, Georgien und Aserbaidschan zur "Transkaukasischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik" innerhalb der neugegründeten "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" (Sowjetunion/UdSSR) zwangsvereinigt. Aufstände der Armenier gegen die "Sowjetisierung" werden von der "Roten Armee" blutig niedergeschlagen. Zigtausende Armenier werden in der Folgezeit Opfer der politischen Massenverfolgungen des Diktators Josef Stalins. 1936 werden die "Transkaukasischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik" in die eigenständigen Sowjetrepubliken Armenien, Georgien und Aserbaidschan aufgelöst, wobei Armenien vergeblich versucht, die 1923 von Moskau an Aserbaidschan angeschlossenen Regionen Berg-Karabach (armenisch: Arzach) im Südosten - hier leben überwiegend Armenier - und Nachitschewan im Südwesten wieder an sein Staatsgebiet anzugliedern.

Am 23. August. 1990 proklamiert die Republik Armenien ihre Unabhängigkeit von der UdSSR. Diese tritt am 21. September 1991 nach einem Referendum in Kraft. Anfang 1992 kommt es zum offenen Krieg zwischen der Republik Aserbaidschan und der überwiegend von Armeniern besiedelten Region Berg-Karabach, die im Dezember 1991 einseitig ihre Souveränität erklärt hat. Armenien erkennt diese offiziell nicht an. Mit armenischer Hilfe gelingt es den Truppen in Karabach das Gebiet unter ihre Kontrolle zu bringen. Durch Vermittlungen der UN kommt es im Mai 1994 zu einem Waffenstillstandsabkommen. Seit dem versuchen Armenien und Aserbaidschan eine friedliche Lösung zu finden.

Im September 2001 wurde in Etschmiadsin die 1700-Jahr-Feier der Erhebung des Christentums zur Staatsreligion Armeniens gefeiert.
 
     
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